Wie funktioniert die Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung (BU) bei Nebenberufen?
Einleitung
Die Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung (BU) spielt eine entscheidende Rolle im finanziellen Schutz von Arbeitnehmern und Selbstständigen. Bei der Planung der eigenen Absicherung wird oft die Frage laut, ob und wie eine BU auch bei Nebenberufen funktioniert. In diesem Artikel klären wir, was es dabei zu beachten gibt, wie die Absicherung für Nebenberufe geregelt ist und welche Optionen sich Arbeitnehmer und Selbstständige offenhalten können.
Was ist eine BU-Versicherung und wozu dient sie?
Die Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist eine Form der Absicherung, die im Falle einer Erkrankung oder eines Unfalls greift, wodurch die versicherte Person nicht mehr in der Lage ist, ihrem Beruf nachzugehen. Diese Versicherung zahlt in der Regel eine monatliche Rente, um den finanziellen Verlust auszugleichen.
Ein häufige Ursache für die Inanspruchnahme einer BU-Versicherung ist eine Krankheit. Etwa 25 % der Arbeitnehmer fallen laut einer Studie der DAK für einen längeren Zeitraum aus, was die Notwendigkeit einer solchen Absicherung unterstreicht.
Die grundlegenden Konzepte der BU bei Nebenberufen
1. Hauptberuf vs. Nebenberuf
Die BU-Versicherung unterscheidet zwischen dem Hauptberuf und dem Nebenberuf. Entscheidend ist, dass in der Regel die Hauptbeschäftigung auch die Basis der Versicherung darstellt. Wenn Sie also einen Hauptjob haben und daneben noch selbstständig tätig sind oder einen zweiten Job ausüben, ist für die BU hauptsächlich das Einkommen und die Berufstätigkeit aus Ihrem Hauptjob von Bedeutung.
2. Versicherungsschutz für Nebenberufe
Es ist möglich, die BU für Nebenberufe zu erhalten, jedoch gibt es einige Besonderheiten. Zunächst sollten Sie sich bei Ihrer Versicherung erkundigen, ob Ihre nebenberufliche Tätigkeit in den Vertrag eingeschlossen ist. Einige Policen decken nur bestimmte Berufe oder Einkommenshöhen ab.
Beispiel: Kreative Tätigkeiten
Nehmen wir an, Sie sind hauptberuflich Lehrer und betreiben nebenberuflich einen Online-Shop für handgefertigte Möbel. Wenn Sie aufgrund einer Erkrankung nicht mehr unterrichten können, könnte dies auch Ihre Nebenverdienste beeinträchtigen. In diesem Fall sollten Sie sicherstellen, dass Ihre BU-Versicherung auch bei Verlust des Einkommens aus dem Online-Shop greift.
3. Absicherung des Nebeneinkommens
Es empfiehlt sich, in der BU-Versicherung eine Formulierung zu wählen, die das Nebeneinkommen absichert. Hierbei kann eine entsprechende Zusatzversicherung sinnvoll sein. Wohin Sie sich auch immer wenden – Ihre Versicherungsgesellschaft sollte Ihnen relevante Informationen darlegen können, um den idealen Schutz zu gewährleisten.
Statistische Betrachtung
Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes geht etwa jeder vierte Berufstätige in Deutschland über die Altersgrenze hinaus keinem Beruf mehr nach, weil er frühzeitig erkrankt oder verunfallt. Eine BU-Versicherung kann insbesondere für Selbstständige und Nebenverdiener von enormer Bedeutung sein, da deren Einkommen stark schwanken kann und im Falle einer Erkrankung schnell die finanziellen Reserven aufgebraucht sind.
Tipps zur Wahl der richtigen BU-Versicherung
1. Bedarfsanalyse
Vor der Entscheidung für eine BU-Versicherung sollten Sie eine umfangreiche Bedarfsanalyse durchführen. Berücksichtigen Sie dabei Ihr monatliches Einkommen aus Haupt- und Nebenjob sowie Ihre finanziellen Verpflichtungen. Dies gibt Ihnen eine klare Vorstellung davon, wie hoch die BU-Rente im Falle eines Falles sein sollte.
2. Berücksichtigung der Nebentätigkeit
Wenn Sie in einem besonderen Berufssegment tätig sind, das mit höheren Risiken behaftet ist (z.B. Künstler, Sportler), sollten Sie dies beim Abschluss einer BU-Versicherung berücksichtigen. Informieren Sie Ihre Versicherung über alle Ihre Einkommensquellen, um eine lückenlose Absicherung zu sichern.
3. Flexible Vertragsgestaltung
Achten Sie darauf, eine Versicherung zu wählen, die Ihnen Flexibilität bietet, etwa bei der Beitragszahlung oder der Überprüfung Ihrer Absicherung. Auch eine Nachversicherungsgarantie bietet Sicherheit, falls sich Ihre Lebensumstände ändern – beispielsweise durch einen weiteren Nebenjob.
Versicherungslücken bei der BU
Trotz einer BU-Versicherung können Lücken entstehen. Viele Versicherungen zahlen zum Beispiel nur, wenn der Versicherte aufgrund einer Erkrankung für mindestens sechs Monate nicht arbeitstätig ist. Für viele Nebenverdiener, die auf ein schnelles Einkommen angewiesen sind, kann dies eine finanzielle Lücke darstellen.
Beispiel: Freiberufler und Selbstständige
Freiberufler, die nebenberuflich arbeiten, sind oft in einer dualen Situation gefangen: Während sie ein sicheres Hauptgehalt im Hauptberuf beziehen, kann das risikobehaftete Einkommen aus ihrer freiberuflichen Tätigkeit schnell schwanken. Ein gewisses Maß an Insolvenzschutz ist daher auch hilfreich, das zusätzliche Risiko zu decken.
Fazit
Die BU-Versicherung ist nicht nur ein unverzichtbarer Bestandteil der finanziellen Absicherung für Arbeitnehmer, sondern gewinnt auch für die Inhaber von Nebenbeschäftigungen zunehmend an Bedeutung. Umfassende Beratungen mit Ihrer Versicherungsgesellschaft sowie eine individuelle Betrachtung Ihrer finanziellen Gegebenheiten sind entscheidend, um den passenden Versicherungsschutz zu finden.
Es wird empfohlen, Ihre Ansprüche und die Einbeziehung Ihrer Nebenberufe explizit in die Vertragsbedingungen aufzunehmen. Eine genaue Planung kann helfen, für den Fall der Fälle optimal abgesichert zu sein. Informieren Sie sich weiterhin bei Vermögensheld über die Möglichkeiten zur Rentenabsicherung und zum Vermögensaufbau, um sicherzustellen, dass Sie auf einer soliden finanziellen Grundlage stehen.
Denken Sie daran, dass sowohl Erwerbsunfähigkeit als auch Krankheit nicht nur Ihr Einkommen aus dem Hauptberuf gefährden können, sondern auch Ihre Nebentätigkeiten – und eine angemessene Versicherung schützt Sie vor den finanziellen Folgen, die daraus resultieren können.